Mittwochsbilder

Ein Dialog in Bild und Text

21.09.2022

Liebe Silke,

Bis Gestern habe ich mich noch über den Jahreszeitenwechsel gefreut. Den Sommer verabschieden und die kalte klare Luft und das weichere Licht begrüßen, dann musste ich Abends etwas einkaufen und die Dunkelheit hat mich umgehauen. Passiert ja eigentlich nicht auf einmal, aber so fühlte es sich an. Mir fiel wieder ein was an der kommenden Jahreszeit so brutal ist.

Liebe Kathrine!

Ich bin auch noch nicht angekommen in der dunklen Jahreszeit. Zum Glück ist es heute auch regelrecht strahlend. Die Bilder sind vom letzten Sonntag. Wir wollten eigentlich in die Heide, den goldenen Herbst nebst Heideblüte betrachten aber dann kam es natürlich ganz anders. Erst Stau und Ändereung der Pläne und viel Einkehr wegen Wind und Regen. Dazwischen war es schön, mit etwas Drama am Himmel. Ich war zum ersten Mal in Geesthacht und wie immer an solchen Orten ist man mit der Vergänglichkeit konfrontiert. Danach in Lauenburg, ein ähnliches Bild. Es gibt einen munteren, probenden Jugendchor, ein Gemeindefest, ein lebendiges Café und daneben viel Leerstand und verfallende Schönheit, Dönerläden und Friseursalons. Der Blick über die Elbe tat gut, ebenso die Natur: prächtiger Hopfen, späte Rosen und Hagebutten.

14.09.2022

Liebe Kathrine

Im Moment bin ich damit beschäftigt den Sommer zu verabschieden. Gestern noch ein letztes Mal die Wasserlichtspiele in Planten un Blomen und am letzten Wochenende ein Trip nach Göttingen mit Linus. Zuerst war es dunkel und feucht und dann kam die Sonne und die ganze Stadt war in warmes Licht getaucht. Der alte botanische Garten , so krautig und strunkig er auch ist, ist doch auch zauberhaft. Vielleicht war er stellenweise sich selbst überlassen scheint. Ich habe wieder darüber nachgedacht, wie gut mir das In-Bewegung-Sein tut. Es tat gut aus dem Zugfenster zu schauen und es tat gut, vom Bahnhof los, in das Unbekannte zu stiefeln.

07.09.2022

Liebe Kathrine

Heute kommen 'richtige' Hamburgbilder, mit Elbphilharmonie und Speicher. Wir waren im alten Kakaospeicher, wo eine Klanginstallation von Annika Kahrs zu genießen war. Der Ort hat gutgetan. Wir hatten aber auch phantastisches Licht! Es war interessant zu sehen wie sehr die Besucher den großen Raum genossen haben. Ich wünsche mir, dass so ein Ort bestehen bleibt. Die menschen brauchen (Imaginations-) Räume. Der Abriss dieses Speichers steht allerdings schon fest. Es wird gnadenlos weiter verdichtet. Obwohl ich an diesem Abend sehr eins mit der Stadt war, waren wir doch am Sonntag am Meer um noch einmal den Sommer zu feiern.

31.08.2022

Liebe Silke,

Deine Bilder letzte Woche haben mich angeregt diese Woche etwas mehr bieten zu wollen und ich habe in unserem lokalen Museum Gammel Estrup fotografiert. Jetzt bin ich aber irgendwie ganz überrascht, dass ich mich so auf Details konzentriert habe und es recht morbide wirkt.

Liebe Kathrine!

Ich finde, dass Deine Bilder auch sehr fein und glamourös sind. Gerne würde ich dort einmal mit Dir zusammen hingehen. Ich kann mich erinnern, dass Du es dort schon beim erstem Mal sehr gerne mochtest. Ich habe versucht mit einem Bild aus meinem Treppenhaus darauf zu reagieren. Das Glas einer Scheibe ist seit Neuestem gebrochen. Heute ist ein strahlender Spätsommertag und da gab es diesen Reflex. Da ich gedanklich sehr mit dem Ende des Sommers beschäftigt bin und wie immer zu dieser Zeit, bin ich melancholisch. Wir waren nochmal bei einer der letzten Vorstellungen des Kampnagel Sommertheaters und da gab es diese 'Staubkugeln'. Es sah märchenhaft schön aus! Die Geranien sind von meinem Balkon. mit Fabian teile ich die Leidenschaft für Geranien (wir bevorzugen allerdings unterschiedliche Sorten) und das Herumzupfen an den vérwelkten Blüten.

24.08.2022

Liebe Kathrine!

Die Tage im Ruhrgebiet haben mich richtig aus dem Alltag heraus katapultiuert. Zum Einen ist es dort wirklich anders als in Hamburg, zum Anderen war ich vollkommen beschäftigt mit Fotografieren und Unterichten. Das Wetter war auch irgendwie urlaubsmässig und das Wohnen im Hotel ebenso. Jetzt fällt es mir nicht leicht eine Auswahl zu treffen und so ist es eine Art Überblick über unsere Orte aber mit Schwerpunkt auf Zeche Zollverein. Im Ruhrgebiet unterwegs zu sein bedeutet auch eine Konfrontation mit der hamburger Arroganz.

Liebe Silke,

Wie üppig und beeindruckend, ich kenne die Gegend nicht gut, aber habe das Gefühl, dass ich mit deiner Auswahl einen Einblick bekomme.
Mein Bild ist ein ordentlicher Kontrast dazu – ein alltäglicher, ruhiger Moment am Abend in der Küche.

10.08.2022

Liebe Silke,

Wir haben am Wochenende einen richtigen Ausflug gemacht. Mit Burgruine und Picknick.

Von den Mauerresten bin ich etwas enttäuscht, mir fehlt das Wissen und generell fehlte Information um sich vorstellen zu können wie das wohl mal aussah. Darum geht es ja eigentlich auch nicht, ich will mir vorstellen wie das Leben damals war, eine Verbindung zu Menschen vor 700 Jahren finden. Der Weg raus auf die Insel über altes Kopfsteinpflaster im harten Wind gab zumindest eine kleine Idee.

Liebe Kathrine!

Meine Bilder sind auch Ausflugsbilder. Die ersten beiden aus Ratzeburg und das Abendbild ist aus Wilhelmsburg, vom Schrebergarten einer Freundin. Es geht auch um Vergänglichkeit und vergangene Zeiten. Allerdings nicht so weit zurück reichend wie Deine Burg. Die schöne Weide habe ich schon vor zwei Jahren fotografiert und bewundert. jetzt waren zwei Äste abgebrochen und einige Blätter braun. Heute habe ich die Nachricht bekommen, dass sie gefällt ist. So bleiben nur die Bilder und die Erinnerung. Du fragtest, ob ich früher in Kiel fotografiert habe. Leider nein. Ich hatte damals gar keinen Zugang mein fotografisches Sehen war noch in den Anfängen und mein Blick auf Orte ein ganz anderer als heute.

03.08.2022

Liebe Kathrine!

Es war so schön am Wochenende weg zu sein. Nach Kiel zu fahren, bedeutet immer auch eine Zeitreise für mich. Lustiger Weise bin ich mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen, die 'meine' Kieler Zeit auch kennen und wie ich auch, erstaunt und begeistert sind, wie sich die stadt entwickelt. Wir sind so viel gelaufen und haben so viel entdeckt. Nachts im Hafen wirkte Kiel so öde und verlassen und am nächsten Tag lag an der Stelle ein gigantisches Kreuzfahrtschiff vor Anker, dessen roter Mund auf dem Bug die ganze Meile dominierte. Am Abend lief das Schiff dann unter großem Gewinke aus, wir haben das Spektakel vom Strand des anderen Fördeufers beobachtet und uns gefreut, dass wir nur die kleine, alte Fähre zurück in die Stadt nehmen würden.

Liebe Silke,

Wie schön das Stadtentwicklung auch mal begeistern kann, oft nimmt man ja doch eher die blöden Entwicklungen wahr.
Hast du damals im Studium viel in Kiel fotografiert?

Von mir gibt es diese Woche ein paar Bilder aus meinen 3 durchwachsenen Wochen Sommerferien.

27.07.2022

Liebe Kathrine!

Hier in Hamburg ist richtig Ferienstimmung! Alles ist leerer, entspannter, entschleunigter. Tageweise sehr warm. Vor diesen Tagen fürchte ich mich immer etwas und ziehe alle Vorhänge zu. Wir haben bei Anne und Johannes eingehütet und hatten so eine Art von Sommerfrische in der eigenen Stadt. Zwischenducrch waren wir immer mal zu Hause und natürlich am Arbeiten. Wenn immer es möglich ist gehen wir spazieren oder kehren auf ein Glas ein. Ausserdem waren wir im See schwimmen, ein Highlight für mich.

06.07.2022

Liebe Kathrine!

Ich habe große Sehnsucht nach dem freien Leben auf Reisen. Sehnsucht nach Elena, Teun, den Katzen und dem Garten in Velp. Sehnsucht nach den Freunden überhaupt. Quarantäne ist eine große Herausforderung für mich. Immerhin war der Test heute Morgen negativ, das will ich aber noch bestätigen lassen. Das 'Ungeheuer' scheint noch im Hals zu lauern. Aber ich wage es vorsichtige Pläne zu schmieden.

 

 

 

Liebe Silke,

Ich habe in der letzten Woche eine Freiheit wiedergewonnen. Jesper hat das zu Bett bringen übernommen. Ich habe die Zeit jetzt häufig für einen kleinen Spaziergang verwendet und mich sehr über das abendliche Licht gefreut.
Ich hoffe das du auch bald wieder draußen Sommerabende genießen kannst.

29.06.2022

Liebe Silke,

Ich hatte hier eine so wunderschöne Woche und war Freitag, Samstag, Sonntag am Meer. In meinen Bilder sieht das diese Woche gar nicht so aus. Beim durchschauen habe ich mich erst gewundert, das ich so gar nichts von der sommerlichen Idylle fotografiert habe, mich dann aber an meinen Frustration von letzter Woche erinnert — diese Woche also Alles künstlich.

Nachher fahre ich wieder ans Meer.

Liebe Kathrine!

Ich bin wieder zurück, leider mit Corona. Die Zeit des Herumstreifens und Entdeckens ist also auf das Extremste vorbei. Ich habe eben nochmal deine Bilder angeschaut und war hin und her gerissen mit meiner Auswahl. Ich habe allerhand Spielgerät am Meer fotografiert, an meine serie 'Sport und Vergnügen' , von damals anknüpfend, habe mich dann doch für den Beginn der Reise, Antwerpen, entschlossen. Die Bilder zeigen ganz gut das Herumstreifen in einer fremden Stadt. Es ist auch für mich der Anfang mich den vielen entstandenen Bildern zu nähern. Ich habe das Gefühl so viele Einzelgeschichten fotografiert zu haben. Das wollte ich eigentlich nicht. Mal sehen wie ich das strukturiere, vielleicht hilft mir der start heute.

22.06.2022

Liebe Silke,

Diese Woche plagt mich das Gefühl, dass es hier in der Provinz nichts Spannendes zu Fotografieren gibt. Ja, Natur und sicherlich auch hier und da ein Kontrast, ein Moment. Im Vergleich mit Stadt aber einfach wenig und das ist ja auch ein Aspekt der mir hier gefällt und ich vermute auch gut tut.
Den Landschafts- und Naturaufnahmen traue ich immer noch nur bedingt – würde ich mir das anschauen wenn ich es nicht fotografiert hätte?

15.06.2022

Liebe Silke,

Dein Text und Bilder letzte Woche passten sehr zu meinem Tag. Wir waren bei der Beerdigung meines Großvaters. Im Laufe des Vormittages habe ich öfters daran gedacht Bilder zu machen. Ich hätte gerne, aber es fühlte sich doch falsch an. Damit hadere ich bei unseren Mittwochsbildern generell sehr – was ist zu privat? Für mich und für die Menschen in meinem Leben. Auf der Fotoschule wurde viel darüber gesprochen, aber aus einer anderen Perspektiv. Die Frage beschäftigt mich jetzt also wieder, obwohl ich sie gar nicht mehr richtig nachvollziehen kann. Damals war die Frage: Was ist so privat oder persönlich, dass es für andere nicht interessant ist.

8.06.2022

Liebe Kathrine!

Die Zeit verrinnt wie im Flug seit der winter überstanden ist. ich zähle zwar die Tage bis zum Urlaub, genieße aber die langen Tage und vorallem die lange Dämmerung. Es gibt so viel zu sehen und erleben, dass mir ganz schwindelig wird. Heute ist endlich mal Zeit zur Reflexion und Besinnung, jedenfalls am Vormittag. Ich realisiere, dass wir uns vor einer Woche gesehen haben und wie wenig Zeit war und wie schön es war. Ich versuche in meinen Bildern die Schönheit und Vergänglichkeit zu zeigen und obwohl ich so viel unterwegs war sind die Bilder eigentlich direkt vor und hinter meiner Tür entstanden.

25.05.2022

Liebe Kathrine!

In den letzten Tagen bin ich viel ausgegangen und habe viele Ausstellungen gesehen. Es fühlt sich fast wie vor Corona an. Es tut gut um die Häuser zu ziehen und unter Menschen zu sein. Am Montag habe ich etwas fotografieren wollen, was ich nur mit dem telefon fotografiert hatte. es war ein heisser Tag und natürlich sah alles ganz anders aus als vor einer Woche. Das hat überhaupt nicht geklappt. Heute Abend gehe ich zum oberhafen um einen Fototermin vorzubereiten, mal sehen ob das dann funktioniert. Deshalb gibt es heute wieder Telefonbilder vom Ausgehen. vielleicht stimmen sie Dich auf Deinen Besuch ein, auf den ich mich sehr freue.

Liebe Silke,

Klasse! Die letzte Woche hatte ich nicht so viel Raum mich auf Hamburg zu freuen und einzustimmen. Elena ist wieder krank und so waren es lange intensive Tage. Ich habe mich aber oft über das abendliche Lichtspiel und die blühenden Flieder im Garten gefreut.

18.05.2022

Liebe Kathrine!

Ich habe diese Woche die Wahl, entweder Ausflugsbilder, die so unglaublich grün sind, dass ich mich vorsichtshalber doch für eine Stadtgeschichte entschieden habe. Leider hatte ich nur das Telefon dabei und habe es noch nicht gecshafft, den Gang zu wiederholen. Die Gegend hinter der Kunshalle ist so unglaublich verbaut und es ist ergreifend zu sehen, wie wacker trotzdem die Kanstanie blüht. Ich muss glaube ich mal darüber reflektieren, warum ich so viele Zäune und Barrikaden fotografiere. Nach dem gestrigen, fürchterlichen Arbeitstag, liegt ein bestimmter Gedanke nahe. Jetzt denke ich, dass ich heute etwas Feierliches hätte zeigen sollen aber immerhin habe ich den reizenden friedlich, schlafenden Hund aus der Freelens-Galery. Dort war seit langem mal wieder eine tolle, gut besuchte, Eröffnung.

Liebe Silke,

Was für lebendige Bilder. Mit dem Telefon ist man beim Fotografieren zwar etwas begrenzt, aber auch unmittelbar. Ich habe mich diese Woche viel über blühenden Löwenzahn gefreut und bin generell voller Vorfreude auf die nächsten Monate, an den Sommer.

11.05.2022

Liebe Silke,

Diese Woche kann ich auch mal ein paar Unterwegs Bilder anbieten.
Freitag war ich in Randers und Samstag in Aarhus. Hier wird es endlich grün und ich bin voller Hoffnung.
Die Bilder aus Randers habe ich hinter dem Regenwald Zoo gemacht, dort führt am Fluss ein Weg entlang, mir hat das Gestrüpp zu den Regenwald Kuppeln gefallen. In Aarhus war es super dänisch, mit den gelben kleinen Häusern und ordentlich Wind.

Liebe Kathrine!

Sehr reizvolles Gestrüpp bei Dir und speziell das letzte Bild sieht nach großer Fahrt aus. Bei der gelben wandfarbe werde ich ganz wehmütig und sehne mich nach ferien in Dänemark. Meine Bilder erzählen vom Werkeln zu Hause, Origamifalten bei Akiko und dem Ausflug nach Pinneberg zu meiner Ausstellungseröffnung. Mein Vater ist ja in Pinneberg geboren und aufgewachsen und mir ist aufgefallen, dass ich über seine Kindheit gar nichts weiß. Es ist klar, dass er da weg wollte und er hat ja dann auch die ganze Welt bereist. Wir haben dort in der Fußgängerzone im Eiscafé Venizia ein eis gegessen. ich endlich mal ein Spaghettieis!

4.05.2022

Liebe Kathrine!

Nun bin ich schon eine Woche zurück, zehre aber noch von der Reise und den vielen Eindrücken. Es hat gut getan in den zug zu steigen und ins Unbekannte zu fahren. an Höhe Mannheim war ich schon voller Freude und Enthusiasmus. Bei der Durchsicht der Bilder frage ich mich, ob wirklich Unbekanntes zu sehen ist oder ob ich eigentlich das zeige, was ich immer zeige. Auf jeden Fall habe ich beim Fotografieren viel an Fabians Japanbilder gedacht, vielleicht weil so viel Schienen und Gleise in der Stadt zu sehen sind. Die Fensterläden und Glyzinien führen einen natürlich gen Italien.

Liebe Silke,

Das Unbekannte weckt meine Neugier, ich sehe eine neue Vermischung von Architektur und Bepflanzung.

Bei weiterer Betrachtung gibst du mir die Möglichkeit mich verbunden zu fühlen. Mit Menschen die entschieden haben das Tor farblich den Blumen anzupassen, Schmetterling zu basteln und einen Baum im Blumenkasten zu ziehen.

Ich gehe hier weiter auf gleichen Wegen und versuche dabei Bilder zu entdecken.

20.04.2022

Liebe Silke,

Mit deinen Reisen im Kopf verwandelst du Hamburg und mich überkommt auch die Sehnsucht nach anderen Ländern und neuen Städten.

Letzte Woche hatte ich das Gefühl das es hier weder drinnen noch draußen etwas zu Fotografieren gibt. Jetzt ist es endlich wärmer geworden und mein Blick wieder offen.

Liebe Kathrine!

Der derzeitige knallblaue Himmel ist fürs Fotografieren nicht ideal, finde ich - aber natürlich für die gute Laune und ja, Wärme und Licht tun gut! Wir waren am Wochenende nochmal in Diebsteich und es gab sogar ein längeres Gespräch mit einer Bewohnerin, der vielleicht die Zwangsräumung droht. Man sieht dort so vielfältige Spuren des Umbruchs. Verrammeltes, Leerstand, solider Neubau, Kleingewerbe, ehemaliges Thyssen-Werk, Kleingärten und ein großer, alter Friedhof. Bis vor Kurzem, war ich erst einmal auf dem Bahnsteig gewesen, als ich mich verfahren hatte.

Ausserdem waren wir in Lübeck, in der Tove Janssen- Ausstellung. Aber das ist eine andere Geschichte...

13.4.2022

Liebe Kathrine!

Du fragtes, wo ich hinreisen möchte, ich kann das gar nicht richtig beantworten. Es wechselt mehrmals am Tag, je nachdem was ich sehe, lese oder denke. Ich glaube es geht mehr um das Unterwegssein und das Gefühl von Freiheit. Ein Kollege erzählte gestern, dass er wohl ein kleines Häuschen auf dem Pelloponnes kaufen wird. es liegt auf einem Felsplateau mit Blick über das Meer. Es scheint ideal zu sein, ich war richtig allarmiert und natürlich begeistert. Allerdings möchte ich wohl nicht immer an den selben Ort reisen, stelle es mir aber wunderschön vor so einen Ort zu haben. Stattdessen war ich am Wochenende an seltsamen Orten in Hamburg. Einmal auf Erkundungstour in Diebsteich und zu einer Vernissage in Hamm. - War irgendwie auch toll.

6.4.2022

Liebe Kathrine!

Ich war begeistert von Deinen etwas abstrakten Bildern. Die Schattenbildung und das Licht begeistern mich im Moment sehr, wenn mal die sonne scheint. Das Entdecken der Welt nach längerer Abwesenheit ist spannend zu sehen. Ich hätte das sehr gerne aufgegriffen aber meine Bilder sind eher ein Roadmovie. Wir haben am Sonntag nur eine kleine Ausfahrt auf die andere Elbseite gemacht. Wie immer ist die welt dort ganz anders als hier in der Innenstadt. ich habe ein riesiges halbfertiges Logistikcenter entdeckt. Keine Ahnung ob dieses Monstrum eine Zukunft hat. Davor ist der Deich und Bäume und eine muntere Entenschar, - seltsam. Kirschblüten müssen natürlich gesucht und gefunden werden und die Strasse mit dem dollen Himmel zeigt gut, dass ich eigentlich gerne viel weiter fahren möchte.

 

Liebe Silke,

Was für eine Sonntagsstimmung, die unterbrochene Welt. Auf mich wirkt es fast schon apokalyptisch.

Wo würdest du denn gerne hinfahren? Bei mir breitet sich aktuell Sehnsucht nach Wärme und freier unstrukturierter Zeit aus.

30.03.2022

Liebe Kathrine!

Ich schwelge hier in Kirschblüten und natürlich schwingt schon die Sorge um das Ende meiner Lieblingszeit mit. Ich versuche mich an alle Bäume zu erinnern, die ich kenne und bin begierig darauf neue zu entdecken. Leider ist seit gestern wieder der Winter eingefallen und droht sogar mit Schnee! Gestern habe ich meinen ersten Batman-Film gesehen und danach schien sich Hamburg in Gotham City verwandelt zu haben. Bin gespannt, ob sich das in meinen nächsten Bildern wiederfindet. Für heute gibt es die Blüten vom warmen, letzten Sonntag, als Vorbote für den nahenden Frühling bei Dir.

 

 

 

Liebe Silke,

Den Wehmut spüre ich in deinen Bildern sofort. Sehr romantisch urban.
Ich habe nach dem langen kranksein heute endlich wieder Energie, die Lust auf Kaffee ist zurück und meine Welt erscheint für den Moment wie ein interessanter, angenehmer Ort.

23.03.2022

Liebe Silke,

Wir sind wieder krank, ich bin erschöpft. Immerhin hat die Kraft heute für einen Spaziergang gereicht und ich habe mich über die noch kleinen Frühlingsboten gefreut.

Liebe Kathrine!

Deine Frühlingsboten zu sehen hat mir gut getan. Weniger natürlich die Aussage über das Kranksein. Aber die Naturbetrachtungen helfen schon sehr und ich bin jedes Jahr beglückt über die Freude, die der Frühling bringt. Schon habe ich Angest vor der Zeit im Sommer, wo das Zarte verschwunden ist und alles nur grün ist. Ich war viel unterwegs, am Sonntag in Glücksstadt und am Mittwoch in Lauenburg. So hatte ich ganz viel Elbe und an einigen Punkten spürte ich schon das Meer.

16.03.2022

Liebe Silke,

Immer wieder versuche ich die in dänischen Dörfern obligatorischen großen Fußballfelder zu fotografieren. Es reizt mich wie verloren die vielen großen Tore sich scheinbar zufällig auf den Flächen verteilen. Seit ich hier in Auning bin habe ich es auch nicht lassen können, so richtig gelingen will es nicht. Heute hat mir der Nebel geholfen…

Liebe Kathrine!

Den Nebel hatten wir hier auch gestern morgen. ich habe sogar das Telefon aus dem Fenster gehalten und zwei Bilder gemacht. Zu mehr hat es leider nicht gereicht. Keine Ahnung, warum ich nicht schnell in meine Klamotten schlüpfe und zum Hafen renne... Stattdessen gibt es ein Sammelsurium an Bildern, die die letzten Tage abbilden. Sorge um den Krieg, der Versuch sich ins Kulturleben zu stürzen. Daraus resultiert neben der Freude über das Gesehende, die Sorge um die Kinos und Theater. Das tolle Gerüst ist einerseits ein Symbol für das z.T. verrückte Bauen in der Stadt aber natürlich ist Bauen auch ein Symbol für die Zukunft. Ausserdem finde ich Baustellen oft interessant, diese Konstrukte, das Provisorische und die Veränderungen für den Ort. Die Collage passt inhaltlich eigentlich nicht, aber ich hatte irgendwie Freude an den verschiedenen Lampen und Kreisformen.

09.03.2022

Liebe Kathrine!

Die heutigen Bilder sind wieder Sonntagsbilder. Das Licht hat sich allerdings gehalten, der Himmel ist strahlend blau unn ich reagiere stark auf Schattenspiele aller Art, seit die Sonne scheint. Wir sind am Sonntag gen Osten gereist. Bis ans Meer hat die Zeit nicht gereicht und so ist es ein Ausflug in kleine, mir gänzlich fremde, Orte geworden. Alles was besichtigt werden kann war noch in der Winterpause und so stromerten wir durch die Strassen, Kirchhöfe, Plätze, über Deiche und an Ufern entlang. Wie immer wird so ein Ort dann zur Projektionsfläche eigener Gedanken und bei der ersten Durchsicht heute, merke ich wie sehr die Gedanken an den Krieg mich beschäftigen. Die Auswahl der Bilder heute ist etwas heiterer und bezieht sich eher auf Deine Bilder von der Umgebung.

Liebe Silke,

Deine Bilder finde ich sehr eindrucksvoll. Das goldene kräftige Licht ist schmerzlich zusammen mit den Spuren der Zeit und Menschen die aber nirgend direkt zu sehen sind. Es gelingt mir nicht die Orte wahrzunehmen und nicht an die aktuelle Situation zu denken.

Meine Bilder sind von meinem morgendlichen Weg zurück von der Kita.

02.03.2022

Liebe Silke,

Ich zeige heute eine Mischung aus Bildern: Ausflug zum Schloss, Weg nach Hause von der Kita, Hinreise Hamburg. Ich habe erst heute gesehen wie in meinen Bilder aus der letzten Woche Licht das Motiv ist. Es kommt mir so vor als hätte es sich gerade geändert, es wird plötzlich Frühling. Hoffentlich hast du auch ein paar lichte Momente diese Woche gehabt.

Liebe Kathrine!

Ich habe auch das Licht gesucht, ausgenützt und genossen so oft und lange wie ich konnte. Das ganze Wochenende und heute, an meinem freien Tag, war ich draussen spazieren. Alles schien lebhafter und vielfältiger zu sein. Durch die lebendigen Schatten war auch plötzlich alles doppelt vorhanden. Mit Begeisterung brgrüße ich die ersten Blüten und das erste Grün. Es lenkt mich ab und gibt mir Optimismus, der angesichts der momentanen Lage schwer zu halten ist. Es tut gut, dass der Frühling kommt.

Mir fällt auf, dass deine Bilder sehr poetisch und erzählerisch sind und ich freue mich darüber.

23.02.2022

Liebe Kathrine!

Heute zeige ich Bilder, die ganz gut die letzte Woche beschreiben. Ich war kurz versucht noch einmal auf die Ostsee  zurück zu kommen, habe mich dann aber doch für für die Härten des februars entschieden. Heute ist es allerdings frühlingshaft, so dass ich vielleicht schon in der nächsten Woche etwas Lichtes und Heiteres zeigen kann. Ich bin froh, dass die Stürme ersteinmal vorbei sind. des Ächzen und Donnern war schon heftig und die Stadt ist ganz zerzaust und verdreckt. Deine Flechten, Bäume und Gräser fand ich allerdings recht licht. Ich mag ja diese zurückgenommene Farbigkeit des Winters eigentlich sehr. Ich bekomme dann große sehnsucht nach Dänemark und bin etwas unglücklich, dass meine Reiseplanung dieses Jahr ganz anders ist.

Liebe Silke,

Sieht aus als würdest du das Beste machen aus verregnet stürmischen und viel zu dunklen Tagen. Die Mischung aus drinnen, draußen und Bild im Bild finde ich sehr erzählerisch.

Von mir diese Woche auch zwei Vor-Frühlingsbilder. Umbau im Aquarium und Sturmfolgen.

16.02.2022

Liebe Kathrine!

Es ist schon erstaunlich, was eine Nacht an einem anderen Ort bewirken kann. An diesem Wochenende sind einige Bilder entstanden und es fällt mir nicht leicht eine auswahl zu treffen. Da ich so viel über Fernweh, Reiselust, Sehnsucht nach Exotic, Licht- und Luftveränderung geklagt habe, gibt es nun Abendbilder vom Mobiltelefon. Hauptvergnügen übernachten zu können ist natürlich der vor-Ort-zu-sein-Bonus am Morgen und am Abend, wenn die Tagesausflügler abgereist sind. Im Schein der Laternen wirkte der etwas biedere Ostseecharme dann doch verändert, farbiger und lustiger. Der Spaziergang unter den großen Kiefern liess mich von Südfrankreich träumen, das Krokodil von Florida...

Liebe Silke,

Ostsee kann ich diese Woche auch anbieten. Ich habe das Auto am Wasser geparkt, aufs Meer geschaut und Pommes gegessen. Die Steine waren von der Sonne aufgewärmt und mich hat ein Robbe beobachtet. Ziemlich perfekt. Meine Bilder wirken auf mich aber ganz anders, hart und rau und auch deine Bilder wirken auf mich melancholisch und etwas unheimlich. Bin gespannt die Bilder nochmal in ein paar Monaten anzuschauen wenn ich mich vom Winter nicht mehr ganz so ausgelaugt fühle.

PS: Mir fällt auf das wir Ostsee schreiben, aber das Meer beide nicht zeigen.

09.02.2022

Liebe Silke,

Deine Bilder letzte Woche haben mich inspiriert. Ich war hier im Gewerbegebiet unterwegs. Eigentlich öffentlicher Raum, es ist aber nicht vorgesehen das man hier zu Fuß geht oder sich draußen aufhält. Graffiti konnte ich leider kein würdiges finden, aber immerhin Gestrüpp.

Liebe Kathrine,

Ich bin sehr begeistert von Deinen Gebäuden, insbesondere von dem dunklen Schuppen. So eine Umgebung vermisse ich im Moment. Da das Wetter so schlecht war und ist war ich gar nicht auf dem Land. Stattdessen nehme ich das Wort aufgekratzt auf. Ich war im Kino und eigentlich hätte es gestern auch Theater sein sollen. An beiden Abenden hatten wir uns mit den Daten vertan. Ins Kino haben sie uns trotzdem gelassen, das Theater muss bis zum März warten. Sind scheinbar völlig aus der Übung und das Zeitgefühl hat wohl auch gelitten durch Winter und Pandemie.

02.02.2022

Liebe Kathrine,

Ich freue mich über jeden Sonnenstrahl und möchte möglichst viel an die Luft und möglichst viele Ortswechsel. Am Wochenende war Sturm und Sturmflut, deshalb viel der Ausflug hinter die Landesgrenze aus. Seltsamerweise habe ich die Flut ignoriert und mich hinterher über mich geärgert. Stattdessen mal wieder Eppendorf, allerdings etwas abseitig. Wieder sind es neben dem Gestrüpp und dem Architektonischen, die Nutzungdes öffentlichen Raumes. Die nervigen E-Roller und die Graffits... Das Haus fand ich so eigenartig, eine Mischung aus Hütte und Tempel. hat mich an unsere Streifzüge durch Athen erinnert und an Fabi's japanische Vororte. Du siehst, ich reise nach wie vor in meiner Fantasie...

Liebe Silke,

Bei deinen Bilder habe ich das Gefühl das du ganz bei Dir bist, wahre Silke Bilder.
Ich erinnere mich daran wie wir vor einigen Jahren darüber gesprochen haben wie schwer es ist in Hamburg zu fotografieren wie auf Reisen. Das scheint diese lange Zeit ohne ‘richtiges’ Reisen gelöst zu haben.

Wir haben uns ein Haus angeschaut und ich hatte mir vorgestellt das ich in diesem Zusammenhang ein paar Bilder machen, dazu war ich natürlich viel zu aufgekratzt. Jetzt bin ich also hier durch die Straßen getrabt und habe mir über Häuser und ihre Charaktere Gedanken gemacht.

26.01.2022

Liebe Silke,

Für diesen Mittwoch habe ich mir fest vorgenommen ein fröhliches Bild zu machen, eins wo man drauf schaut und sich freut. Natürlich ist es draußen dunkelgrau und regnet.

Ich bewege mich also durchs Haus und überlege was mich froh stimmt, ich entdecke Blüten an der Pflanze im Badezimmer und arrangiere unsere ‘Haustiere’. Im Ofen backt ein Brot – wie perfekt das es draußen so ungemütlich ist.

Liebe Kathrine,

Das sieht sehr heimelig aus bei Dir und ich kann es gut verstehen, dass man sich in diesen trüben Tagen am Zuhause freuen mag. Ich war zum Spazierengehen verabredet, anfangs haderten wir mit dem Wetter aber fanden es dann doch sehr schön. Ich habe Fotos ausgesucht wo es um Gestaltung der Umgebung geht, bzw um den Wunsch sichtbar zu sein. der OZ-Sticker hat ja etwas fast Nostalgisches und das Wandbild in Planten un Blomen ist ja sehr gekonnt. ich mag allerdings die weissen Flächen auch sehr gerne... die kleine Blüte ist ein Gruß aus der Marktstrasse an Dich, den Kaffee dazu musst Du dir vorstellen.

 

19.01.2022

Liebe Kathrine,

Ich mag Deine Bilder von Alltagsgegenständen und Innenräumen. Natürlich nehme ich mir sofort vor, meinen häuslichen Allteag auch häufiger fotografisch zu untersuchen. Meistens sind es Bilder von meinem Küchentisch mit Vorbereitungen fürs Kochen. Meistens fotografiere ich das aber gar nicht. Ich vergesse meinen Vorsatz und bin schon wieder draussen. Es gibt diese Woche mal wieder Planten und Blomen bzw die Eisbahn und für Januar typisch, eine Amaryllis. Die Eisbahn ist renoviert und wirkt beinahe glamourös, ebenso meine Weihnachtsblume. Das dritte Bild ist auf einer sehr späten, nächtlichen Heimfahrt entstanden und passt für mich sehr gut in diese Zeit. Überwachung, Schutz und Zerbrechlichkeit, Dunkelheit und Fremdheit - Ich bin die Nacht in der Stadt nicht mehr gewohnt.

Liebe Silke,

Beinahe glamourös, das gefällt mir.
 Auf deinen Januar Dreiklang habe ich lange geschaut, da passiert etwas mit den Ebenen und Schichten, wie kleine Abgründe, und Perspektiven die ich nicht sofort verarbeiten kann.

Von mir gibt es diese Woche nur ein Bild. Mehr habe ich gerade nicht in mir, aber immerhin der Januar ist bald geschafft.

12.01.2022

Liebe Kathrine,

Ich habe seit langem mal wieder Ausstellungen besucht, u.a. im Museum für Kunst und Gewerbe. Dieses Haus ist für mich Heimat. Ich gehe seit vielen Jahren sehr regelmässig dorhin. Manchmal streife ich nur durch die Räume, manchmal um zu zeichnen und natürlich um bestimmte Ausstellungen anzuschauen. Dieses Mal gab es viel zu viel zu sehen und es waren viele Menschen dort, vor allem auch Familien wegen der Janosch-Ausstellung. Immer wieder fällt mein Blick durch die Fenster und ich sehe diesen sehr speziellen Ort, in der Nähe des Hauptbahnhofs im Grau des hamburger Januars. Die Reise- Fotografien von Hildegard Heise und die Rauminstallationen von Studio Drift haben mir gutgetan.

Liebe Silke,

Dein Museumsbesuch strahlt bis zu mir. Wie aufregend und schön, wie das Gegenteil von unseren Tagen hier, mit krankem Kind zu Hause. Die Wäscheberge und mein Schlafdefizit wachsen täglich. Immerhin das Licht fühlt sich schon wie ein Frühlingsbote an.

05.01.2022

Liebe Silke,

Ich lasse mich gerne von der Neujahrsenergie mit- und hinreißen. Ich genieße es in mich zu gehen, zu schwelgen und darüber nachzudenken wo es hingehen soll.
Dieses Jahr fühle ich mich irgendwie verändert, ich versuche mich seid einer Stunde darin es in Worte zu fassen, aber soweit bin ich anscheinend noch nicht… hier also ein paar Bilder:

Liebe Kathrine,

Was für schönes Licht bei Dir, richtige Aufbruchsstimmung! Das kleine Monster ist natürlich reizend! So richtig fassen kann ich das neue Jahr und meine Wünsche dazu noch nicht. Ich habe noch nicht richtig Zeit zum Nachdenken gehabt. Der Jahreswechsel in Schleswig war sehr schön. Man spürt die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden, dem Sein in der Natur einerseits, die Sehnsucht nach Abenteuer, Exotik und urbanem Leben andererseits. Das Bild aus dem Schleswiger Dom passt so gut zu den Böllerpapieren vor dem China Restaurant zeigt aber auch die Zeit des Aufräumens und Umgestaltens.

29.12.2021

Liebe Kathrine,

Das sieht wirklich nach der vollen Bandbreite Weihnachten aus. Der reizende, kleine Mistelzweig und die vollelektrische Iszenierung! Meine Bilder von heute zeigen eher, dass alles schon wieder vorbei ist. Die Ernüchterung hat ja auch seinen ästhetischen Reiz und das beinahe absolute Grau. Habe heute morgen einen kurzen Fotospaziergang gemacht, in der Hoffnung auf noch mehr Nebel. Danach gab es allerdings ein verspätetes Weihnachtsfrühstück mit einer freundin und dann war die welt wieder bunt.

Liebe Silke,

Ich habe meine Bilder gemacht, bevor ich deine gesehen habe und wollte über die merkwürdige Stimmung zwischen den Jahren schreiben... Ich freue mich dann immer, dass es mit Weihnachten durch ist realisiere aber auch, dass der Winter noch lange dauert.

Diese Woche also eine eine direkte Gegenüberstellung Stadt und Dorf im Nebel.

22.12.2021

Liebe Kathrine,

Am letzten Sonntag haben wir einen kleinen Ausflug nach Blankenese gemacht. Ein Ausflug in die (scheinbar) heile Welt und Licht gab es auch dolles. Über dem Wasser scheint es ja immer heller und besser zu sein und die Glühbirnen bei der Fischbrötchenbude fand ich auch recht heiter. Wir haben im Strandkorb gesessen, einen Glühwein geteilt und Fischbrötchen (jeder eines) gegessen. Nachdem wir so lange den Himmel betrachtet haben, dass uns kalt war, sind wir noch durch die Strassen gebummelt und ich habe 'Ich wünsch' mir was' beim Schaufenster des Buchladens gespielt und Weihnachtsdekorationen bestaunt. Also recht vorweihnachtlich.

Liebe Silke,

Das klingt nach einem perfektem Dezemberausflug und die Bilder ergänzen deine Erzählung - auf mich wirken die Photos wie eine spezielle Mischung aus kühl, klar und nostalgisch. Gleichzeitig finde ich auch, dass sie Blankenese wunderbar beschreiben.

Von mir gibt es ein paar Bilder aus dem Weihnachtsvollprogramm.

15.12.2021

Liebe Silke,

Letzte Woche hast du von deiner Sehnsucht nach Licht geschrieben. Wir hatten Gestern endlich mal wieder Sonne und ich bin so froh, dass es gepasst hat und ich mit Kamera nach Randers fahren konnte.

Jedes mal, wenn ich in dort bin spricht mich der sonderbare Übergang von Einkaufspassage zu Fluss und Hafen an. Ein riesiger Schornstein den man fast überall in der Stadt entdecken kann. In dieser Stadt stimmt etwas mit den Proportionen nicht…

Liebe Kathrine,

Hier ist es weiterhin dunkel und grau und ich kann Deine Freude über den lichten Ausflugstag absolut nachfühlen. Den Teil von RTanders, den Du beschreibst fand ich auch spannend. bislang bin ich aber nur durchgefahren. Es ist ein bisschen ein Sammelsurium obwohl jedes einzelne Teil ja wohl funktional sein soll. Der Kontrast zur kompakten Innenstadt von Randers ist auch groß, obwohl es ja nur eine kurze Entfernung ist.

Ich bin gestern, nach der Arbeit, noch durch die Innenstadt gelaufen. Mein Ziel war auch Licht, natürlich kein Tageslicht sondern Weihnachtsbeleuchtung. Obwohl die meisten Geschäfte schon geschlossen hatten war noch etwas Trubel und ich habe meinen kleinen Spaziergang genossen. Der große Jil Sander Laden ist geschlossen oder wird umgebaut, so dass die Hausecke zur Zeit ein seltsamer Lichtwürfel ist.

08.12.2021

Liebe Kathrine!

Diese Bilder sind von Sonntagnachmittag bis Montagabend entstanden und bilden ganz gut meine Sehnsucht nach Licht ab. Man sieht leider auch, wie wenig davon vorhanden ist und Du kannst dir vorstellen wie gerne ich jetzt in Athen wäre. Da helfen auch keine Sterne. Die verzweifelte Sehnsucht nach Reisen und Exotik kommt wohl auch in der neuesten Collage zum Ausdruck, die mir diese Woche, in der Kombination mit den Fotos, Sinn zu machen scheint. Zum Glück habe ich viel zu tun um Trübsinn zu blasen. Am Wochenende war Lotte da und ich hätte ihr gerne ein romantisch, verschneites Volksdorf präsentiert. Die tatsächliche Stimmung ist auf dem Bild mit den Kiefern zu sehen. War trotzdem schön.

Liebe Silke,

In deinem Vier-Bild-Gedicht kann ich mich diese Woche gut wiederfinden.

Ich denke oft ans Reisen, an warme helle Zeiten, an Athen und Neuseeland, aber auch an Normalität. Ich sehne mich nach Unachtsamkeit, ich will mich ohne Scheu unter Menschen begeben und nicht um Baby Bettzeiten herum planen.

Gleichzeitig bin ich zufrieden. Es ist eine Bereicherung den Dezember mit Elena zu erleben und ihre Begeisterung für Kerzen, Schnee und Ausschmückungen zu sehen.

24.11.2021

Liebe Kathrine,

Ich bin sehr froh, dass wir unseren Austausch nun fortsetzen. Ich weiss ja schon, dass es bei Dir schneit, deshalb von meiner Seite eher Herbstliches vom anderen Elbufer. Das war nochmal eine sehr schöne Hamburgtour und ein schöner Herbsttag. Heute, einige Tage später ist es deutlich dunkler und entlaubter. Der Herbst wird mir von Jahr zu Jahr wichtiger, ab dem Zeitpunkt wo ich den Schmerz über das Ende des Sommers verwunden habe. Auf der anderen Seite der Elbe ist die Welt ja immer ganz anders, speziell in der Hafengegend. Die Umbrüche sind noch nicht vollzogen und einige Strassen und Gebäude scheinen aus einer anderen zeit zu sein oder in einer Art Schwebezustand zu sein. Das Haus mit der zugemauerten Tür ist ja beinahe surreal. Die Mauer beinahe kalligrafisch 'überarbeitet'. Obwohl ich immer so sehr das Abseitige und spröde dort geniesse empfinde ich doch auch ein sehr heimatliches Gefühl und bin wieder etwas versöhnt mit dem Nicht-Reisen.

 

 

Liebe Silke,

Dezember und es schneit, dicke luftige Flocken die liegenbleiben. Ich bin also losgezogen mit dem Wunsch nach einem romantischen Schneebild, wollte mich der Stimmung ganz hingeben. Mit einer bestimmten Idee im Kopf fällt es mir aber immer schwer überhaupt zu fotografieren. Am Ende kommt etwas ganz anderes dabei raus. Was es wohl auf sich hat mit der Anziehungskraft von abseitig und spröde?

Deine Bilder diese Woche, besonders die beiden Gebäudebilder, fühlen sich wie eine Reise an, wenn man sich in Fremden Städten Häuser anschaut und sich vorstellt dort zu Leben.
In den letzten Wochen habe ich mich oft gefragt wie ich zu diesem kleinen Ort in dem ich jetzt Lebe stehe – auch mit dem Wunsch das in Bildern wiederzugeben. Es gibt direkt vor der Tür viel tolle Natur, aber meine Auge sehnt sich nach urbanen Strukturen.

24.11.2021

Liebe Silke,

Das war jetzt aber eine viel zu lange Pause. Das Leben hat mich vollkommen verschluckt. Es waren lange Monate mit viel Anstrengung, Arbeit, Krankheit und Tränen.
Die erste Zeit in der ich mich hier nicht gemeldet habe sind noch ein paar Bilder entstanden…

Den blühende Baum sah man direkt wenn man aus dem Haus an die grössere Straße ging und ich habe über eine Woche gedacht ‘das müsste man jetzt mal mit der Mittelformatkamera fotografieren’. Als das Licht an einem Vormittag besonders schön war habe ich eingesehen, dass ich das gerade nicht schaffen werde und mit dem Telefon ein Bild gemacht. Zum Glück – ein paar Tage später wurde er abgesägt.

Das zweite ist vom 26.September und das Letzte was seitdem richtig fotografiert habe. Ich hoffe das ich mich bald wieder angeregt fühle zu Fotografieren, es fehlt mir.